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Europa wird wach. Wann wird auch Eschweiler geweckt?

Wenn in Deutschland der Wind zu stark weht, müssen unseren Nachbarn z.B. Österreich mit teuren und ineffizienten Ölkraftwerken einspringen, um das deutsche Netz zu stabilisieren. Die Europäische Union fordert ein Umdenken.

„Die deutsche Energiewende steht kurz vor dem Scheitern.“ Mit diesen Worten kommentierte Wolfgang Anzengruber, Chef des größten österreichischen Stromkonzerns Verbund, bei einer Veranstaltung die Vorkommnisse des vergangenen Tages. Starkwind führte in Deutschland zu der skurrilen Situation, dass das vergleichsweise teure und ineffiziente Ölkraftwerk Neudorf-Werndorf bei Graz ans Netz gehen musste, um das deutsche Netz zu stabilisieren, während moderne und effiziente deutsche Gaskraftwerke abgeschaltet wurden.

Was war im Detail geschehen? Aufgrund des starken Windes in Norddeutschland gab es Windstromspitzen von bis zu 24.000 Megawatt. Die Preise an der Leipziger Strombörse fielen daher in den Keller. Dies führte wiederum zur automatischen Abschaltung von modernen und effizienten Gaskraftwerken in Süddeutschland, da sich diese aufgrund der niedrigen Preise nicht mehr rechneten.  Wegen der fehlenden Netzkapazitäten zwischen Nord- und Süddeutschland konnte der Windstrom aus dem Norden diese entstandene Energielücke aber nicht auffüllen – das Netz drohte instabil zu werden. Um das zu verhindern, musste der deutsche Netzbetreiber Tennet die sogenannte „Kaltreserve“ abrufen. Dies sind vier ältere Kraftwerke (drei davon in Österreich), die für solche Fälle bereitgehalten werden.

Im Fadenkreuz der Kritik steht einmal mehr Deutschland. Deutschland wollte mit massiven Förderungen von Ökostrom die Treibhausgasemissionen sofort senken. Das Resultat sieht mager aus: Da so viele Öl- und Kohlekraftwerke einspringen müssen, wenn der Wind in Deutschland zu schwach oder eben auch zu stark bläst, stiegen die CO2-Emissionen des Landes 2012 um 1,2 Prozent an. „Deutschland zahlt einen hohen Preis für nichts“, sagt Rune Bjornson (norwegischen Statoil).  „Man hat vielleicht ein wenig übertrieben bei der Förderung der Erneuerbaren“, sagt Philip Lowe, Generaldirektor für Energie in Brüssel zur „Presse“. Die Eingriffe der Staaten in den Energiemarkt sieht auch der Kommissionsvertreter als „ernste Gefahr“ für Europa. Es sei Zeit für ein Umdenken, Prioritäten müssten geändert werden. „Wir müssen zuerst schauen, dass wir leistbare Energie haben“, so Lowe. Dann könne man sich um alles andere kümmern.

Quelle bzw. gesamter Artikel: die.presse.com – Artikel „Energiewende erweckt alte Ölkraftwerke zum Leben“ („Die Presse“, Print-Ausgabe, 31.01.2013)

Aussage Betreibergesellschaft -VS- Standortuntersuchung der Stadt Eschweiler

20150424_115848editedsmallerDie Vertreter der Betreibergesellschaft meinten während des Treffens mit der Bürgerinitiative am vergangenen Mittwoch (22.04.2015) ja kategorisch, dass 2.000 m Abstand für sie völlig inakzeptabel seien, da man dann lediglich mit den verbleibenden zwei Anlagen nicht wirtschaftlich Energie erzeugen könne.

Auf direkter Nachfrage der Bürgerinitiative hin, warum dies doch anscheinend mit den zwei Anlagen in der Nähe des Kraftwerks ginge, teilte man mit, dort seien bereits Versorgungsleitungen vorhanden gewesen, die „Nördlich Fronhoven“ noch errichtet werden müssten und für „lediglich“ zwei Anlagen sei diese Investition nicht rentabel!!

In der Standortuntersuchung der Stadt Eschweiler (Stand Januar 2015) heißt es allerdings auf Seite 51:

Gesamtbewertung 
Die Suchräume 2a, 2b, 3 und 4 verfügen über eine sehr gute Windhöffigkeit sowie über vorhandene Erschließungsanlagen. Die Geländehöhen lassen Anlagen von 188 bis 225 Meter Höhe zu.

Hier wird also anscheinend seitens der Betreibergesellschaft bewusst versucht, uns als Bürger hinters Licht zu führen!