Windkraft

Allgemeine Informationen

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Die Stadt Eschweiler, genauer der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss, hat im Februar 2015 den Entwurf der zweiten Änderung des Flächennutzungsplans zum Zweck der öffentlichen Auslegung gemäß § 3 Abs. 2 Baugesetzbuch beschlossen. Ziel dieser Flächennutzungsplanänderung ist die Darstellung von Konzentrationszonen für Windenergieanlagen (WEA) als planungsrechtliche Voraussetzung zur Steuerung der Errichtung von neuen Windenergieanlagen im Stadtgebiet. Was heisst das für Fronhoven / Neu-Lohn nun konkret? Die Stadt möchte am nördlichen Rand des Dorfes elf 3,2MW Windenergieanlagen (auf einer Fläche von 220 Hektar Größe) mit einer Höhe von 180 m bis zu 200 m errichten. Darüberhinaus sollen in der direkten Nähe zum Blausteinsee zu den bestehenden Anlagen weiter vier Anlagen errichtet werden.

Soweit eigentlich ein frommes Vorhaben, wenn dabei die Bürgerinnen und Bürger des Ortes dadurch nicht gestört würden. Leider ist dies aber durch den wesentlich zu geringen Abstand zum Wohngebiet des Ortes der Fall.

Hier eine Auflistung der negativen Aspekte einer Windenergieanlage:

  • Schattenwurf
  • Betriebsgeräusch
  • Gesundheitsgefahr durch Ultra- und Infraschall
  • Optische Veränderung der Landschaft
  • Störung des Lebensraum der ansässigen Tiere und Fauna
  • Ausrottung von Vogelpopulationen
  • Erheblicher Verlust der Lebensqualität
  • Wertverlust des Eigentums

Was möchte die Bürgerinitiative „Windkraft mit Abstand“ erreichen?

Grundsätzlich vertreten wir von der Bürgerinitiative den folgenden Standpunkt:

Wir sind nicht gegen Windkraft – ganz im Gegenteil! Wir befürworten den Ausbau von erneuerbaren Energien sogar ausdrücklich. Wir möchten nur, dass die Windenergieanlagen in einem angemessenen Abstand zu den Wohnhäusern gebaut werden, damit die Anwohner nicht gestört oder sogar krank werden.

Wir fordern die Einhaltung von einem Mindestabstandes von 2000 m (das entspricht der zehnfachen Höhe der geplanten Windkraftanlagen) zu unserem Ort. Dies entspricht auch der vorgenommenen Gesetzesänderung durch Einfügung des Art. 82 Abs. 1 – 5 in der Bayerische Bauordnung des Freistaats Bayerns. Nach dieser Vorschrift wird § 35 Abs. 1 Nr. 5 BauGB für Vorhaben, die der Nutzung der Windenergie dienen, nur Anwendung, wenn diese Vorhaben einen Mindestabstand vom 10-fachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden einhalten. Mehr Details dazu findet man auf der Webseite anwalt.de, wo Rechtsanwalt Dr. Bernd Söhnlein (Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht) sich entsprechend äußert bzw. informiert: http://www.anwalt.de

Unabhängig davon gibt es mittlerweile genügend Untersuchungen (z.B. in der Schweiz), die belegen, dass die geplante „Nähe“ krank macht.

Was bisher geschah – eine kleine Termin-Übersicht:

  • 05.02.2015: Der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss der Stadt Eschweiler beschließt den Entwurf der zweiten Änderung des Flächennutzungsplans
  • 23.02.2015 – 24.03.2015: Öffentliche Auslegung des Entwurf der zweiten Änderung des Flächennutzungsplans im Rathaus der Stadt Eschweiler
  • 12.03.2015: Die  Stadt  Eschweiler  lädt  zu  einer  Bürgerinformationsveranstaltung  zum  geplanten  Ausbau  der  Windenergie in Eschweiler im Gasthof Rinkens ein
  • 13.03.2015: Gründung der Bürgerinitiative „Windkraft mit Abstand“
  • 14.03.2015: Sammeln von Unterschriften gegen die geplante Änderung des Flächennutzungsplans
  • 24.03.2015: Vorlage der Unterschriftenliste beim Bürgermeister der Stadt Eschweiler Rudi Bertram und beim Leiter des Planungsamtes Florian Schoop
  • 30.03.2015: Interview mit der Eschweiler Zeitung (Tobias Röber)
  • 02.04.2015: Zeitungsartikel „Windkraft? Ja! Aber in angemessenem Abstand!“ erscheint in der Eschweiler Zeitung
  • 08.04.2015: Gespräch zwischen der Bürgerinitiative und den CDU Mitgliedern Wilfried Berndt und Franz-Josef Auer
  • 13.04.2015: Konstruktives Treffen der Bürgerinitiative mit den SPD Ratsmitgliedern Claudia Moll, Nicole Dickmeis, Leo Gehlen und René Maaßen
  • 20.04.2015: Treffen/Gespräch mit den Fraktionsmitgliedern Albert Borchardt und André Schulze von DIE LINKE im Rathaus der Stadt Eschweiler
  • 22.04.2015: Treffen/Gespräch mit Vertretern der RWE Power AG, RWE Innogy GmbH, BMR, und Fraktionsmitgliedern der CDU und SPD
  • 28.04.2015, 15:00 Uhr: Öffentlichen Sitzung des Landschaftsbeirates der StädteRegion Aachen
  • 28.04.2015: Konstruktives Treffen mit den Bürgerinitiativen Heistern und Laufenburg
  • 11.05.2015: Treffen mit dem Landtagsabgeordneten der CDU Axel Wirtz und den CDU Fraktionsmitgliedern Wilfried Berndt und Franz-Josef Auer
  • 12.05.2015: Treffen mit der FDP-Fraktion
  • 13.05.2015: Zweites Gespräch mit Vertretern der RWE Power AG, RWE Innogy GmbH, BMR, und Fraktionsmitgliedern der CDU und SPD
  • 18.05.2015: Treffen mit dem Landtagsabgeordneten der SPD Stefan Kämmerling
  • 23.05.2015: Ortsbegehung mit dem Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling
  • 26.05.2015: Treffen mit der SPD-Fraktion der Stadt Eschweiler
  • 26.05.2015: Treffen mit dem Bürgermeister Rudi Bertram und dem Technischer Beigeordneter Hermann Gödde
  • 28.05.2015: Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses
  • 03.06.2015: Diskussion mit dem CDU-Ortsverband Fronhoven/Neu-Lohn
  • 08.06.2015: Faktensammlung an die Ratsmitglieder gemailt
  • 10.06.2015: Spiegel TV Magazin Beitrag zum Thema „Infraschall von Windkraftanlagen“ an die Ratsmitglieder gemailt
  • 10.06.2015: Weiteres Interview mit der Eschweiler Zeitung / Aachener Nachrichten  (Tobias Röber)
  • 12.06.2015: Zeitungsartikel „Bürgerinitiative kritisiert Pläne zur Errichtung von Windkraftanlagen“ erscheint in der Eschweiler Zeitung
  • 15.06.2015: Erneutes Treffen mit der SPD-Fraktion
  • 15.06.2015: Weiteres Treffen mit der FDP-Fraktion
  • 17.06.2015: Zeitungsartikel „Das erste Windrad nördlich von Lohn in 1120 Meter“
  • 17.06.2015: Ratssitzung
  • 30.06.2015: Podiumsdiskussion der FDP zur Energiewende
  • 09.07.2015: Treffen mit Herrn Frischmuth und der Landtagsabgeordneten Ingola Schmitz
  • 07.11.2015: Bezirksregierung Köln informiert uns über die Rücknahme des Antrags seitens der Stadt

Interessante Beiträge auf unserer Webseite zum Thema Windkraft

Wichtige / Interessante Links:

2 Gedanken zu „Windkraft

  1. Besser-Wisser

    Liebe Mitglieder der Bürgerinitiative „Windkraft mir Abstand“,

    leider kann ich Ihre bedenken und vor allem Ihre negativen Aspekte in Bezug auf Windkraft nicht nachvollziehen.

    Schattenwurf:
    Der Schattenwurf darf an einzelnen Immissionsorten insgesamt 8 Stunden pro Jahr bzw. 30 Minuten pro Tag nicht überschreiten. Aufgrund der Lage und der Entfernung der Anlagen wird es aus meiner Erfahrung heraus, in keinster Weise zu Überschreitungen kommen. Sollte es wiedererwarten zu Überschreitungen kommen, sind die Anlagen mit einer Abschaltautomatik ausgestattet die bei einer Überschreitung, die Anlagen abschaltet.

    Betriebsgeräusche:
    Ich Arbeite nun schon seit einiger Zeit in der Windbranche. Selbst wenn ich ca. nur 500m von der WEA in mit Windrichtung stehe, ist kaum noch ein Geräusch wahrzunehmen. Bei den von Ihnen geforderten 2000m, (die meiner Meinung nach absolut übertrieben sind) wird der Wind der durch die Felder oder durch Ihre Türzarge Pfeift, sie um einiges mehr bei Abendlichen auf der Couch sitzen stören als irgendein Geräusch das von einer WEA kommen könnte.

    Gesundheitsgefahr durch Ultra- und Infraschall:
    Hier beziehen Sie sich auf Studien, bei denen Sie sich in keinster Weise vernünftig Informiert haben.
    Hier sollten Sie sich die Messverfahren einmal genauer anschauen. Außerdem beziehen sich die Messungen meist auf Tiere, die ein weitaus besseres Gehör haben als jeder Mensch. Zu dem Weiden die Tiere direkt an den WEA und es sind bis heute nur Einzelfälle bekannt.

    Optische Veränderung der Landschaft:
    Ja, die Landschaft verändert sich durch WEA. Sie wird sich aber auch verändern wenn der Ort sich vergrößert. Werden Sie auch den Elan aufbringen, wenn Sie ein Haus im Randgebiet von Fronhoven besitzen würden und direkt hinter Ihrem Haus ein Neubaugebiet ausgeschrieben würde und Sie wissen, dass dadurch kaum noch Sonne in Ihren Garten dringen wird? Zudem hätten Sie dadurch noch nicht mal einen persönlichen nutzen im Gegensatz zur Windenergie (günstiger und Ökologischer Strom).

    Störung des Lebensraums der ansässigen Tiere und Fauna:
    Vor der Errichtung einer WEA, ist ein höchst kompliziertes und sehr teures wie aufwendiges Monitoring durchzuführen. Hier werden alle Arten von Tieren und Pflanzen begutachtet und in Ihrem Natürlichen Lebensraum beobachtet und die Bewegungen über einen längeren Zeitraum Protokolliert. Sollte es zu dem Ergebnis kommen, dass Tiere in ihrem Natürlichen Lebensraum gestört werden, werden Sie Fachmännisch betreut und/oder ggf. umgesiedelt (die Erfahrung zeigt, dass die meisten Tiere zurück kommen und ungestört weiterleben).

    Ausrottung von Vogelpopulationen:
    Seid 1989 sind nur knapp 681 Totfunde durch WEA gemacht worden. Im Gegensatz dazu sterben Jährlich ca. 500000 Tiere durch Mähmaschinen. „Ein weiterer Kommentar zu diesem Punkt ist nicht notwendig.“

    Erheblicher Verlust der Lebensqualität:
    ?
    Wertverlust des Eigentums:

    Das ist der einzige vertretbare Grund der gegen eine Errichtung von Windenergieanlagen spricht.

    In Ihrem Ort finden mehrmals im Jahr Festivitäten statt. Wie würden Sie reagieren wenn sich eine Bewegung gegen Ihr Schützenfest richten würde?
    – der Lärm durch das Schießen und der Menschenmenge
    – ein altes Hässliches Zelt was den tollen Blick aus dem Fenster und aus den Gärten verhindert. Zusätzlich noch der Lärm bis spät in die Nacht
    – der fettige Geruch der Pommes Bude der den ganzen Ort einnebelt
    – die Oldi-Night, die Ihre Bäse bis spät in die Nacht durch den Ort trägt
    – usw.

    Es gibt immer Vor- und Nachteile, ich kann Ihre bedenken auch verstehen. Aber man sollte sich die Nachteile von denen man irgendwann mal gehört hat, genauer ansehen und nicht einfach alles so hinnehmen. Auch für kleine Ortschaften gilt der Grundsatz, dass man sich nicht vor Neuerungen abschotten sollte.
    Sie möchten doch auch in Ihrem Ort eine gute Internetverbindung haben. Wissen Sie wie sich diese Strahlung durch das W-Lan Netz auf Sie und Ihre Mitbürger auswirkt? Mit Sicherheit nicht! Trotzdem möchten Sie und Ihre Mitbürger es haben.
    Ich möchte Ihnen hiermit nur klar machen, dass Ihre Bedenken in Bezug auf die Windanlagen unberechtigt sind.
    Glauben Sie mir wenn ich Ihnen sage, dass die Verordnungen und Auflagen durch die Gemeinden und Kommunen, in den letzten jahren so hoch geworden sind, dass Sie bis auf die Sicht auf die Anlagen keine Nachteile haben werden. (wobei die Sicht nicht unbedingt ein Nachteil ist. Ich schaue mir die Anlagen gerne an und bin von der Technik immer wieder aufs Neue begeistert.)

    Antworten
    1. Marcel Cuvelier Beitragsautor

      Hallo, Besser-Wisser.
      Vielen Dank für Deine Nachricht hier auf unserer Webseite. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Sie in keinem Haus wohnen, dass von der Schattenwurf-Problematik betroffen ist. Hierzu habe ich in der Familie selber sehr negative Erfahrungen gemacht. Egal wie viele Minuten dieser Schattenwurf gesetzlich gedeckelt ist, sie werden als Anwohner davon speziell bei starkem Sonnenschein derartik gestört, dass es kaum in den eigenen vier Wänden auszuhalten ist – ich habe das selber erlebt – das macht einen wirklich Wahnsinnig. Sie mögen das anders sehen – ist ja Ihr gutes Recht – meines oder unseres ist das jedoch auch.
      – „Betriebsgeräusche“: Ihre Aussagen hierzu stimmen einfach nicht. Wir haben uns nur 1km von den gleichen Anlagen, die geplant werden positioniert und das Geräusch sehr stark und vor allem störend wahrgenommen. Wind pfeift übrigens bei uns nicht durch die Türzargen. 🙂 Und natürlich würden direkte Anwohner einer Autobahn vll. die WEAs nicht akkustisch wahrnehmen. Wir leben hier auf dem Lande. Hier ist es bisher herrlich ruhig und diese Ruhe wird jetzt mutwillig gestört!
      – „Gesundheitsgefahr durch Ultra- und Infraschall“: Hier haben wir uns natürlich entsprechend informiert. Auch hier nennen Sie für Ihre Gegenargumentation keine entsprechende Fakten – dieses Vorgehen sind wir ja mittlerweile von allen Befürwortern und Politikern gewohnt. Streng nach der Devise: „wenn es nicht durch Studien bewiesen ist, dann sind die kranken Leute gar nicht krank!“
      – „Optische Veränderung der Landschaft“: Antwort ist nein. Das wird nicht eintreffen – und ist in keinster Weise ein Vergleich zu der Verspargelung.
      – „Störung des Lebensraums der ansässigen Tiere und Fauna“: Hier haben sie sich nicht ausreichend gut (durch unsere Webseite) oder durch die der Stadt vorliegenden Unterlagen informiert. Vorliegende Gutachten widersprechen sich selber. Hier wird so lange hin und her geschoben, bis es irgendwie passt. Mehr Details dazu im entspr. Artikel oder in den Gutachten selber.

      Wir wollen nochmals klarstellen, dass wir als „kleine Ortschaft“ uns nicht gegen Neuerungen abschotten, sondern wir uns nicht in unserer Lebensqualität und vor allem Gesundheit durch die Profitgier Dritter beeinträchtigen lassen wollen! Bzgl. WLAN: Ja das weiß ich – bin in diesem Bereich tätig. Und auch ich bzw. wir sind von der Technik begeistert.

      Schöne Grüße aus Fronhoven.

      Antworten

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