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Riesenwindräder in Neuss-Hoisten vorerst gestoppt

Nach einem Zeitungsartikel der Aachener Zeitung werden in Neuss-Hoisten die geplanten Windkraftanlagen mit Höhen von 149 bzw. 179 Meter vorerst nicht gebaut werden. Die Genehmigung dieser Anlagen sei rechtswidrig, wie das Verwaltungsgericht Düsseldorf (AZ: 10 L 1295/15) mitteilte.

Ein Anwohner hatte sich per Antrag gegen die Errichtung der WEA’s gewehrt. Neben der optisch bedrängenden Wirkung begründeten die Richter des Verwaltungsgerichts den Beschluss mit der zu hohen Geräuschbelastung durch die WEA’s.

Zitat der AZ: Der Richtwert für eine nächtliche Geräuscheinwirkung in reinen Wohngebieten leigt dem Gericht zufolge bei 35 Dezibel. Nach der im Genehmigungsverfahren vorgelegten Schallimmissionsprognose ist dort jedoch eine Gesamtbelastung von 39 Dezibel zu erwarten. (epd)

Das macht uns natürlich erneut hellhörig. Wir werden hier weiterhin die Augen und Ohren offen halten.

Erneutes Treffen mit der SPD-Fraktion

Die Bürgerinitiative (heute durch Heinz Rinkens, Berthold Braun, Max Rinkens und Marcel Cuvelier vertreten) hat sich heute wieder mit der SPD-Fraktion (Nadine Leonhardt (Fraktionsvorsitzende), Stephan Löhmann (stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender), Peter Kendziora und Klaus Fehr) im Rathaus zu einem weiteren Gespräch getroffen. Angekündigt war uns eigentlich die Vorabvorlage des ersten Entwurfs des B-Plans (Bebauungsplanes 288) für die Konzentrationszonen 2a, 2b, 3 und 4. Der konnte uns jedoch noch nicht gezeigt oder näher erläutert werden. Wir diskutierten erneut die verschiedenen Kritikpunkte und erörterten der SPD-Fraktion unseren Änderungsvorschlag (Zone 3 und 4 vollständig streichen) zur geplanten Flächennutzungsplanänderung.

Wenn Zone 3 und 4 gestrichen werden, sind zwar prinzipiell WEA’s in einem Abstand von ca. 1200 Metern zur Wohnbebauung möglich, jedoch verringert sich die Sichtbehinderung vom Ortsteil aus erheblich. Darüber hinaus wäre der Schlangengraben bzw. die Indeaue nicht mehr durch die WEAs belastet und die Tierwelt und Fauna würde davon DIREKT provitieren. Durch die Landstraße, die dem Ort dann eh näher als das erste Windkraftrad wäre, entsteht bei entsprechender Windrichtung eh ein Störungseffekt zudem dann halt leider auch noch der (Infra-)Schall der WEAs hinzu käme.

Wir klärten die SPD-Fraktion über den Änderungsantrag der CDU auf und diskutierten unseren Vorschlag der Strecihung von Zone 3 und 4. Durch einen Folgetermin der SPD hatten wir leider nur bis 17 Uhr Zeit uns gegenseitig auszutauschen. Nun sind wir, die Bürgerinnen und Bürger, sehr auf die kommende Ratssitzung am 17.06.2015 gespannt.

Spielfiguren - Foto von Uwe Weinreich

Gespräch mit dem Bürgermeister Rudi Bertram

Nach dem Gespräch mit der SPD Fraktion trafen wir uns am noch mit dem Bürgermeister der Stadt Eschweiler Rudi Bertram und dem technischen Beigeordneter Hermann Gödde. Verstärkt wurde die Bürgerinitiative zusätzlich noch durch Stefan Schnorr.

Nach einer kurzen Vorstellung erläuterte uns der Bürgermeister, dass die Änderung des Flächennutzungsplanes mittlerweile ein Ihn seit zwei Jahren begleitender Prozess sei.

Interessant war u.a. während des Gespräches die Information, dass man sich explizit im Vorfeld im Rat zum Ausschluss der Fläche an der Gedächtnisskapelle entschieden habe – aus Denkmalschutzgründen. WEA’s in waldarmen Städten sollen mittlerweile nicht mehr zulässig sein. Finanziell sollen die Windkraftanlagen deswegen attraktiv sein, da man mit Gewerbesteuern und Pachteinnahmen für Wegerechte rechnet.

Auch der Bürgermeister und der technische Beigeordnete gehen davon aus, dass die Änderung des Flächennutzungsplans so wie er derzeit ist ohne Änderung durch den Rat geht. Man versuche jedoch durch eine Städtebauliche Begründung / Auflage die Bebauung in den Konzentrationszonen zum Gunsten der Bürgerinnen und Bürger einzuschränken. Bis zur kommenden Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses kann ggf. schon ein erster Entwurf verfügbar sein.

Treffen mit der SPD-Fraktion

Am 26. Mai hat sich die Bürgerinitiative (vertreten durch Berthold Braun, Max Rinkens, Volker Schreck und Marcel Cuvelier) mit den Mitgliedern der SPD-Fraktion Nadine Leonhardt (Fraktionsvorsitzende), Stephan Löhmann (stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender), Peter Kendziora und Klaus Fehr im Rathaus zu einem Gespräch getroffen.

Frau Leonhardt erläuterte, warum sich die SPD-Fraktion für Windkraft einsetzt. Eine Hauptargumentation der SPD ist, dass sich Eschweiler bisher sehr bei dem Ausbau der Windenergie zurückgehalten habe. Deswegen plane man die beiden weiteren Zonen. Außerdem wären die zusätzlichen WEA’s ein Zugewinn an Energie und natürlich auch für die Stadt aus finanzieller Sicht sehr attraktiv (u.a. Gewerbesteuer).

Sie stellte innerhalb der angeregten Diskussion zwischen der Bürgerinitiative und der SPD-Fraktion immer die Güteabwegung dem Nutzen der Allgemeinheit gegenüber.

Wir diskutierten über das ecoda Gutachten und Gutachten im Allgemeinen. Außerdem stellte uns Herr Löhmann die Abwägung bzgl. Infraschalls des Verwaltungsgericht Würzburg vor.

Nichts desto trotz konnten wir dem Resümee der SPD entnehmen, dass man zwar unsere Befürchtungen versteht, dass man speziell auf das Thema „Sicherheit“ bezogen auf die knappen Mindestabstände zur Wohnbebauung, die durch die Stadt Eschweiler GRUNDSÄTZLICH auf NUR 600 Meter definiert wurden, nochmal ’schauen‘ möchte, aber dass die Änderung des Flächennutzungsplanes wohl SO WIE ER IST, durch den Rat ‚winken‘ wird. Hier wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit am 28.05.2015 keine Änderung mehr erfolgen! Lediglich bzw. ggf. versucht man im Nachgang noch im B-Plan (Bebauungsplan) ein paar Einschränkungen zu erwirken, aber grundsätzlich wird es dann schon den Flächennutzungsplan geben, der prinzipiell WEA in einem Abstand von 600 Meter zur Wohnbebauung zulässt!

Auf unser Bitten, dass die Konzentrationszonen 3 und 4 aus dem Flächennutzungsplan gestrichen werden, um somit den Abstand im Vorfeld klar zu definieren, wurde leider nicht eingegangen!

Konstruktives Gespräch mit dem SPD Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling

Am vergangenen Montagabend haben wir von der Bürgerinitiative „WIndkraft mit Abstand“ uns in Eschweiler mit dem Landtagsabgeordneten der SPD Stefan Kämmerling und Oliver Liebchen (Pressesprecher der SPD Eschweiler und Mitglied im Vorstand des SPD-Unterbezirks Kreis Aachen) zu einem sehr konstruktiven Gespräch getroffen. Beide Gesprächspartner hatten sich gut auf unseren Besuch vorbereitet und entsprechend im Vorfeld informiert, was unsere Bürgerinitiative für ein Motiv hat.

Herr Kämmerling und Herr Liebchen hatten ein offenes Ohr für unsere Belange. Unsere Argumentationen konnten nachvollzogen und auch (streckenweise) geteilt werden. Anhand den uns und dem Landtagabgeordneten vorliegenden Dokumenten und Plänen erläuterten wir, warum die geplante Änderung des Flächennutzungsplanes aus unserer Sicht in der aktuellen Form in keinsterweise zu den Bedürfnissen und Ängsten der Bürgerinnen und Bürger in Fronhoven/Neu-Lohn passt.

Herr Kämmerling erläuterte uns das Pro und Kontra der geplanten WEAs. Außerdem wollte er nach unserem Gespräch ebenfalls das Gespräch mit der Eschweiler SPD suchen.

Wir bedanken uns hiermit noch mals für das Engagement und hoffen auf Ihre Unterstützung.

RWE und die kleine Haselmaus

Was sich in der Überschrift noch wie eine schöne Geschichte anhört ist in der Realität der pure Schwachsinn! Da schafft man seitens RWE einen sogenannten „Ersatzwohnraum“ für die streng geschützte und bedrohte Haselmaus aus dem Hambacher Forst genau bei uns vor der Tür in der Indeaue und nun will man genau dort in UNMITTELBARER Nähe elf Windkraftanlagen errichten.

Der RWE-Braunkohleabbau im Hambacher Forst zerstört den natürlichen Lebensraum des Nagers – der Wald wird platt gemacht. AUS DIE MAUS!
Laut RWE entsteht an der Indeaue ein optimales Zuhause für Haselmäuse, in das sie aus dem Vorfeld des herannahenden Tagebaus Hambach umgesiedelt werden. „Auf der Sophienhöhe hat sich schon durch natürliche Wiederbesiedlung die wahrscheinlich höchste Dichte an Haselmäusen in der ganzen Region entwickelt. Daher bringen wir die Tiere mitsamt ihren Haselmauskästen in die noch unbesiedelte Indeaue. Dort haben sie dann ideale Bedingungen, um eine neue Population zu gründen“, so Dworschak. Entlang des Wanderwegs in den Böschungen der Indeaue hängen mittlerweile über hundert Nistkästen. Sie sehen wie Vogelhäuschen aus, werden aber mit dem Loch zum Baumstamm aufgehängt und bieten den Haselmäusen optimale Rückzugsmöglichkeiten um ihren Nachwuchs groß zu ziehen.
„Ziel ist, dass die Haselmäuse darin Unterschlupf finden und wir sie mitsamt Kasten in die Indeaue transportieren. Dort herrschen ideale Bedingungen, um eine neue Population zu gründen“, so RWE-Sprecherin Laura Hoeboer-Schneider.
Tierschützer glauben, dass die Umsiedlung das Todesurteil für die Population ist! „Es ist eine Illusion, anzunehmen, dass Tiere sich ohne Schaden umsiedeln lassen“, so Dirk Jansen vom BUND. „RWE nimmt vielen geschützten und ungeschützten Tierarten den Lebensraum und spielt Schöpfer. Das funktioniert nicht!“

Der Pressebericht von RWE hört sich ja noch ganz gut an. Nur was geschieht denn mit den frisch umgesiedelten Tieren, wenn die Windkraftanlagen dort direkt neben der Indeau errichtet werden? Genau DORT sollen nämlich die neuen elf Anlagen auf der dann neuausgewiesenen Konzentrationszone errichtet werden! Werden die Haselmäsue dann wieder irgendwo anders hin umgesiedelt? Wir von der Bürgerinitiative glauben nicht, dass dann noch eine Population entstehen wird. Oder ist das alles nur eine Hinhaltetaktik seitens RWE?

Quellen

Lärm, den man nicht hört – Kann man sich dieser Thematik in Eschweiler wirklich verschließen?

Infraschall, Lärm den man nicht hört, kann man sich dem wirklich als Politiker (in Eschweiler) verschließen? Ein Land wie Dänemark, was führend bei der Nutzung von Windenergie ist und ca. 40 Prozent des Strombedarfs durch Windparks erzeugt, wird nicht „einfach so“ den Ausbau weiterer Windenergieanlagen (WEA) aussetzen.

Wollen die Politiker tatsächlich die Gefahr eingehen, das Anwohner krank werden, nur weil man nicht genügend Abstand zu den Wohngebieten eingehalten hat? Würden diese Politiker genauso Ihr JA für die geplante Änderung des Flächennutzungsplanes stimmen, wenn Sie selber betroffen wären und DIREKT NEBEN den Anlagen wohnen würden? Wer von uns möchte denn wirklich freiwillig mit bis zu 40 dB Schall kontinuierlich beschallt werden?

Auch England hat erkannt, dass die Windkraftanlagen krank machen können und darüber hinaus auch noch über-subventioniert werden. Premierminister David Cameron hat die Haltung der schottischen Konservativen gegen Windparks unterstützt.  Bei einem Besuch in Schottland lobte Cameron die schottische Parteichefin Ruth Davidson für ihre Unterstützung der Gemeinden, die gegen den Bau von Windrädern opponieren.  „Wir sollten nicht allen Gemeinden Windparks aufzwingen, die diese nicht wollen“, sagte Cameron.

Nach einer ausführlichen Diskussion innerhalb des des Houses of Loards (englisches Parlament) wurden aus Sicherheitsgründen zur Vorbeugung möglicher gesundheitlicher Schäden die Abstände der Windkraftturbinen zum verbauten Gebiet wie folgt festgelegt:

Wenn die Höhe der Windenergieanlage

  • größer als 25m ist, aber 50m nicht überschreitet, einen Abstand von >1000m;
  • größer als 50m ist, aber 100m nicht überschreitet, einen Abstand von >1500m;
  • größer als 100m ist,  aber 150m nicht überschreitet, einen Abstand von  >2000m;
  • mehr als 150m ist, beträgt der minimale Abstand 3000m.

England und Dänemark machen es: Sie nehmen die Belange der Bürger wahr und versuchen Gesundheitsgefährdungen auszuschließen. Wann ist man dazu auch in Escheiler bereit?

Quelle(n):

Bürgerinitiative „Windkraft mit Abstand“

Am 13. März 2015 haben Heinz Rinkens, Berthold Braun und Marcel Cuvelier die Bürgerinitiative „Windkraft mit Abstand“ gegründet. Die Motivation dieser Bürgerinitiative:

Wir sind nicht gegen Windkraft – ganz im Gegenteil! Wir befürworten den Ausbau von erneuerbaren Energien sogar ausdrücklich. Wir möchten nur, dass die Windenergieanlagen in einem angemessenen Abstand zu den Wohnhäusern gebaut werden, damit die Anwohner nicht gestört oder sogar krank werden.

Wir fordern die Einhaltung von einem Mindestabstandes von 2000 m (das entspricht der zehnfachen Höhe der geplanten Windkraftanlagen) zu unserem Ort. Aufgrund einer politische Initiative Bayerns hin hat der Gesetzgeber mit § 249a BauGB eine Regelung geschaffen, mit der die Bundesländer die planungsrechtliche Privilegierung von Windkraftanlagen im Außenbereich einschränken können. Von dieser Befugnis hat der Freistaat Bayern durch Einfügung des Art. 82 Abs. 1 – 5 Bayerische Bauordnung Gebrauch gemacht. Nach dieser Vorschrift wird § 35 Abs. 1 Nr. 5 BauGB für Vorhaben, die der Nutzung der Windenergie dienen, nur Anwendung, wenn diese Vorhaben einen Mindestabstand vom 10-fachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden einhalten.

Auf der folgenden Karte (Maßstab 1:10000) sehen Sie die geplanten Windenergieanlagen WEA 11 – 21 und einen entsprechenden Abstandsradius (800 m, 1000 m, 1200 m, 1500 m und 2000 m) zum nördlichsten Wohnhaus in Fronhoven:

WEA Abstandradius verkleinert

Weitere Informationen zu diesem Thema finden sie auf der zugehörigen Unterseite dieser Webseite: WINDKRAFT